Paula und Leonie sind seit heute selbständig

Allgemein, Kindergeschichten

Hallo meine Lieben, heute ist ein sehr aufregender Tag für mich – habe mich entschlossen, das. Buch von Paula und Leonie zu veröffentlichen. Für mich ist das eine reine Herzensangelegenheit. Ein paar Bilder habe ich dazu gezeichnet. Viel Spaß beim Lesen. https://books.apple.com/at/book/paula-leonie/id1521524563

https://books.apple.com/at/book/paula-leonie/id1521524563

Paula und Leonie – Teil 2

Allgemein, Kindergeschichten

Wir stehen lange hier, halten uns. Irgendwann sehe ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung. Es ist Oma, die den Kopf zur Badezimmertüre herein steckt. Die soll es ja nicht wagen, hier hereinzukommen. Ich mache mir umsonst diese Gedanken, denn Omas grauer Wuschelkopf verschwindet aus dem Türrahmen und ich höre, dass Oma die Treppe hinunter ins Erdgeschoss steigt. Dann höre ich lange nichts mehr.

Mama sagt immer, dass wir Glück damit haben, dass Leonie ein ungeduldiger Mensch ist. Ungeduldige Menschen wissen schneller, was sie wollen. Ungeduldige Menschen können schneller Entscheidungen treffen. Leonie weiß, was er will und es ist ihm egal, was die anderen davon denken. Die meisten Leute überlegen viel und grübeln über ihr eigenes Verhalten und Tun. Sie fragen sich immer wieder, was die anderen Menschen von ihnen halten, wenn sie dieses oder jenes machen. Leonie ist viel zu ungeduldig. Deswegen fragt er sich auch nie, was die anderen von ihm halten. Es ist ihm egal.

Für viele Mädchen, die lieber Jungs wären und für viele Jungen, die lieber Mädels wären, ist es nicht so einfach, wie bei meinem Bruder Leonie. Oft wissen diese Kinder gar nicht, wer sie lieber wären. Sie fühlen sich einfach unwohl. Sie wissen nicht, dass sie eindeutig lieber das andere Geschlecht wären, also das, was sie gerade nicht sind. Oft ist es auch gar nicht so einfach, sich nur für Eines zu entscheiden. Manche Kinder fühlen sich weder als ein Junge noch als ein Mädchen – und manchmal sind Kinder eben beides: Mädchen und Junge. Mama meint: „Die Natur ist nicht immer eindeutig“. Manchmal wissen Kinder auch gar nicht, dass es das Mädchen-Jungen-Thema ist, das in ihrem Inneren so rumort. Manchmal glauben sie, dass sie krank sind, weil sie sich selbst nicht verstehen. Und sehr oft trauen sich Kinder nicht mal ihrer eigenen Familie oder ihren besten Freunden zu erzählen, dass mit ihnen etwas anders ist. Dass sie nicht so normal sind, wie man sie sich erwartet.

Mein Bruder Peter hat schon im Kindergarten gewusst, dass er lieber ein Mädchen ist. Er hat gewusst, was er anziehen will. Er hat gewusst, mit welchem Spielzeug er spielen will. Er hat gewusst, wie er aussehen will. Und er hat gewusst, dass er ein Mädchen ist, das Peter heisst. Aus Basta. Peter ist ein Mädchennamen. Wenn irgendjemand ihm das hat ausreden wollen, dann hat er nicht hingehört. Wenn ihn andere Kinder ausgelacht haben, dann hat er einen Streit angezettelt. Peter ist immer felsenfest sicher gewesen, dass er ein Mädchen ist. Meine Eltern haben es ihm auch nie ausgeredet. Anfangs dachten sie wohl so etwas wie: „Ach, das ist einfach eine Phase. Viele kleine Buben spielen lieber mit Mädchensachen und tragen ihre Haare länger. Und außerdem ist er auch nicht der einzige Junge in seiner Kindergarten-Gruppe, der gerne zum Spielen ein Röckchen anzieht.“ Aber bei Leonie ist es keine Phase gewesen. Kaum hat er kapiert, dass es Mädchen und Jungens gab, hat er beschlossen ein Mädchen zu sein. Er hat beschlossen, nur Dinge zu tun, die Mädchen tun. Wenn er im Kindergarten von anderen Buben etwas gehört hat, wie: „Aber mit Puppen spielen wir nicht, das machen nur die Mädchen. Wir spielen lieber mit den Autos.“ dann hat man sicher sein können, dass Leonie ab sofort eine der Puppen als seine Lieblingspuppe auserkoren hat und fortan diese kleinen Autos und sämtliche Spielsachen, die etwas mit Autos zu tun hatten, wie Bagger und so, links liegen gelassen hat. Er hat die Mädchen beobachtet, die er für besonders mädchenhaft gehalten hat und hat sie imitiert. Ich weiß das alles nicht aus eigener Erfahrung, weil ich ja zwei Jahre jünger bin. Mama hat es mir erzählt.

Als Leonie in die erste Schulklasse gekommen ist, hat er nicht nur wie ein Mädchen ausgesehen, sondern er hat sich auch so verhalten. Nur am Namen hat man erkennen können, dass er keines gewesen ist. Meine Eltern wussten damals nicht so recht, ob es gut und auch klug wäre, wenn Leonie als Mädchen in die Schule gehen würde. Sie haben nicht gewusst, ob die anderen Kinder ihn akzeptieren würden. Sie haben sich auch überlegt, ob es Probleme mit den Lehrern geben würde. Oder mit den Eltern von anderen Kindern. Also haben sie Leonie gefragt, ob er damit leben könne, dass er in der Schule ein Junge wäre und Zuhause eben ein Mädchen sein könne, wenn er wolle. Er hat NICHT damit leben können. Das ist ein Aufstand gewesen! Daran erinnere ich mich noch genau. Ich habe noch nie ein Kind so wütend und aufgebracht gesehen, wie Leonie damals war. Leonie hat zwei Wochen vor Schulbeginn bis zum ersten Schultag kein einziges Wort gesprochen. Weder mit Papa, noch mit Mama. Naja, das stimmt nicht ganz. Er sagte: „Ich bin ein Mädchen!“ Und das hat er sehr oft in dieser Zeit gesagt. Immer, wenn ihn jemand etwas gefragt hat, oder einfach nur mit ihm reden wollte. „Ich bin ein Mädchen!“ Er hat es freundlich gesagt. Er hat es mit fester Stimme gesprochen. Er sang es und trällerte es wie ein Lied. Er fluchte es und brüllte es, bis es niemand mehr hören konnte. Und er weinte es. Wir haben uns damals noch das große Kinderzimmer geteilt und Abends wenn wir in unseren Betten gelegen haben und es dunkel war, dann flüsterte Leonie wie eine Zauberformel als letzten Satz in die Finsternis:

„Ich … bin … ein … Mädchen!“

„Du … bist … ein … Mädchen.“, habe ich dann jedesmal zurück geflüstert.

Und dann hat Leonie mit einem tiefen Seufzer geantwortet: „Ja, so ist es!“

Ich bin also der einzige Mensch gewesen, der in diesen zwei Wochen andere Wörter von Leonie zu hören bekommen hat. Ich, als kleine Schwester, bin mächtig stolz darauf und habe dieses Geheimnis bis gerade eben für mich behalten, weil ich es achte wie einen besonderen Schatz.

„Ja, so ist es“, habe ich dann noch leiser das Ohr meines Teddys geflüstert und dann bin ich beruhigt eingeschlafen. Mein Teddy hat mich logischerweise niemals verraten und ich bin die Verbündete meines großen Bruders geworden. Leonie hat als Mädchen in die Schule gehen dürfen. Und dann hat er auch wieder mit Mama und Papa gesprochen. Und das war der Zeitpunkt an dem wir angefangen haben, nicht mehr Peter zu meinem Bruder zu sagen, sondern Leonie.

Und jetzt stehen wir hier im Badezimmer und Oma hat Leonie die Haare abgeschnitten. Ich weiß, dass es viel mehr ist als nur Haare. Oma hat meinem Bruder seine Identität geraubt. Sie hat ihm mit dieser Aktion den Boden unter den Füssen weggezogen. Ich halte meinen großen Bruder so fest ich kann.

Ein Interview mit Mira Kolenc, welches wir 2016 gemacht haben.

Allgemein, Alte Interviews

Das Projekt

Die nächste Bloggerin in unserer Reihe ist die unverwechselbare Mira Kolenc. Mira lebte viele Jahre in Wien, mittlerweile hat es sie nach Berlin gezogen. Sie fällt durch ihren besonderen Modestil auf, der die Eleganz und den Flair vergangener Dekaden aufgreift und den sie mit Liebe zum Detail und zur Linie weiterentwickelt. Doch auch wenn ihr Äußeres auffällt (und manche sie leider noch immer für ein Double von wem auch immer halten) – diese Frau ist ganz und gar nicht auf den Kopf gefallen. Mit Witz und Charme schreibt sie wunderbar lesenswerte Kolumnen.  Vielen Dank liebe Mira für die Beantwortung unserer Fragen! Alles Gute für Deine Zukunft und ich hoffe, wir dass wir Dich irgendwann persönlich kennenlernen dürfen.   

1) Du hast einmal gesagt, dass du Kolumnistin und Model bist und irgendwas mit Marketing machst. Wie sieht es heute aus?Ich habe schon immer viele unterschiedliche Dinge gemacht, die mehr oder weniger lukrativ sind. Schreiben, in welcher Form auch immer, bildet sich langsam als Schwerpunkt heraus. Aber ich bin noch lange nicht dort, wo ich sein möchte. Ich arbeite daran.   

2) Momentan lebst du mehr in Berlin als in Wien, wie wird dein weiteres Leben in dieser Wien-Berlin Beziehung aussehen?Nach acht Jahren Wien und einer intensiven Auseinandersetzung mit Stadt und Leuten hatte ich das Bedürfnis nach Veränderung. Berlin ist in diesem Fall ein guter Kontrast, denn diese Stadt ist weder lieblich noch gefällig. Erst einmal werde ich mir jetzt Berlin genauer ansehen und alles Weitere wird sich dann ergeben.  
3) Ich liebe deine Kolumnen und bin diejenige, die laut auflacht, weil sie wieder mal eine deiner stilvoll genialen Formulierungen unbedingt dem Gegenüber laut vorlesen muss. Was hat sich für dich geändert, seit du seit 2014 regelmäßig Kolumnen für das Option Magazin schreibst?Es gibt, glaube ich, immer einen Unterschied zwischen Auftragstexten und Texten, die man verfasst, weil man den Drang hat, sie zu schreiben. In Letzteren ist man immer freier, weil es keinerlei Vorgaben gibt. Aber ich empfinde beides als einen guten Ausgleich zum jeweils anderen. 

4) Wie geht es mit der schreibenden Mira weiter?Es gibt einige Ideen, die in der Schublage liegen und auf Ihre Umsetzung warten.   

5) Du bist ja meist (oder sogar immer?) in deinem speziellen Stil unterwegs – erkennbar als die unvergleichliche Mira Kolenc. Sozusagen bist du dann ja immer im Dienst – oder siehst du das anders?Diese Frage bekomme ich ja häufiger gestellt, aber es ist ganz einfach: würde ich es nicht aus einem inneren Bedürfnis heraus tun, hätte ich sicher irgendwann zur praktischen Jeans gegriffen. Es ist eine Haltung dem Leben gegenüber, ein Dienst an mir, wenn überhaupt, aber nicht an anderen.   

6) Du sagst, dass du deinen Stil seit 14 Jahren so lebst. Gab es damals einen ausschlaggebenden Punkt/Erlebnis, oder wie bist du auf diese Idee gekommen?Mich hat es schon immer mit tiefer Freude erfüllt, wenn man sieht, dass etwas detailreich und liebevoll gestaltet wurde. Wenn der Geist fehlt, kann einen ein Ding auch nicht beseelen. Insofern lag es nahe, sich in vergangenen Jahrzehnten umzusehen. Und vor 14 Jahren konnte man in Second Hand-Länden noch wesentlich billiger schöne Stücke erstehen und vor allem gab es auch noch viel mehr davon. Es waren nahezu paradiesische Zeiten. Leider muss man heute lange danach suchen. Im Grunde findet man die besonderen Sachen nur noch im Internet und nicht mehr in den Läden – zumindest nicht, wenn sich diese in Großstädten befinden.Am Anfang habe ich mir nur alte Mäntel und Taschen gekauft und habe diese noch zu Jeans und Pullover getragen. Nach und nach und durch viel Herumexperimentieren hat sich dann mein heutiger Stil entwickelt.   

7) Als gebürtige Bayerin, müsstest du doch stark mit deiner Heimat verwurzelt sein. Kommst du aus einem traditionellen Elternhaus, bzw wie sind die Reaktionen deiner Familie auf dein Leben?Natürlich prägt es einen, in welcher Umgebung man aufgewachsen ist. Bayern ist mir vertraut, dort habe ich meine Kindheit und Jugend verbracht. Die letzten Jahre, bevor ich nach Wien gezogen bin, habe ich mit meiner Familie in München gelebt. Und ich komme immer wieder gerne dorthin zurück. Aber ich kann mit dem Begriff „verwurzelt“ wenig anfangen. Verwurzelt sein heißt doch, dass man im Grunde nicht wo anders hin kann, weil einen die Wurzeln an einen Ort gefesselt halten. Was meine Eltern angeht, habe ich sehr großes Glück, denn sie sind vor allem eines: neugierig auf ihre Kinder und das, was diese umtreibt.   

8) Siehst du dich als Künstlerin, inwiefern? Der Begriff Künstler bzw. Künstlerin ist ja bekanntlich ein weites Feld. Ich persönlich aber stecke ihn mir nicht ans Revers.   

9) Was ist dir in deinem Leben wichtig?Selbstbestimmung.  

10) Welches Projekt wäre dein größter Traum, was möchtest du in deinem Leben unbedingt noch erreichen?Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.

Karotten-Muffins mit Kokoscreme

Allgemein, Rezepte, Vegane Nachspeisen

Hallo,

Wir haben ein Rezept von Sophia nachgebacken.

Der Blog von Sophia und ihre YouTube Videos begleiten uns schon seit einigen Jahren und ihre Tipps und Rezepte begeistern uns immer wieder.

zum Original Rezept

Die Muffins habe ich ausgesucht, weil ich nicht nur Kokos, sondern auch Karotten 🥕 liebe. Und die Kombination, dachte ich, muss dann einfach gut werden.

Die Muffins wurden tatsächlich phänomenal. Wir werden uns das Rezept auf jeden Fall behalten! Vielen Dank an Sophia für den Beitrag.

Das Rezept mit unseren Abwandlungen:

Der Muffin-Teig

2 Bananen 🍌 haben wir mit dem Pürierstab zu einer feinen Masse vermengt

5 sehr volle EL Dattelcreme/paste

150 ml Hafermilch

Diese Zutaten haben wir mit der Rührmaschine zu einer flüssigen Masse verrührt.

Jetzt folgen die trockenen Zutaten:

150 g grobe Haferflocken werden im Mixer zu Mehl verarbeitet. Nun folgte 1 TL Backpulver und 1 großer EL Zimt. Hier dachte ich, jetzt brauche ich noch etwas Wärmendes dazu und habe von einem Sternanis zwei Ecken abgebrochen und im Mixer mit den Haferflocken gemeinsam klein gemacht.

Das wird nun alles zu der flüssigen Masse gegeben und zu einem Teig verrührt.

Die Karotten haben wir mit einer Handreibe geraspelt und die Endstücke genascht. Die geriebenen Karotten 🥕 auf 100 g abgewogen und ebenfalls zum Teig gegeben. Wieder alles verrührt.

Unser Teig war nicht so flüssig, wie von Sophia beschrieben und ist auch nicht sichtbar aufgegangen. Aber das hat den Geschmack nichts abgetan.

Teig in die Förmchen füllen und alles in den vorgeheizten Ofen. Hier wird nun bei 180 Grad für ca 35 Minuten gebacken. Wir hatten recht kleine Muffins und ich glaube dass das auch so am besten ist.

Nun hat man Zeit für die Creme:

Die Dose Kokosmilch habe ich nach dem Einkauf auf den Kopf in den Kühlschrank gestellt. So hat man beim Öffnen später den harten Teil oben (der flüssige durchsichtige Teil ist unten) und tut sich leichter beim weißen Kokos Creme ernten 🥳. Den weißen harten Teil habe ich also herausgelöst und mit 2 großen EL Dattelpaste in eine Schüssel getan. Damit eine bessere Cremigkeit entsteht, füge ich nach Bedarf von der flüssigen Kokosmilch hinzu. Etwas Vanille kommt auch dazu und alles verrühren. Die Farbe der Creme wurde bei uns etwas dunkler als bei Sophia – das liegt wohl an der Menge der Süße. Wieder ab in den Kühlschrank damit.

Die Muffins duften gebacken sehr lecker und es fällt schwer, sie auskühlen zu lassen. Am besten man geht jetzt eine Runde spazieren.

So, jetzt darf die Creme in einen Spritzbeutel und auf die Muffins. Voila, ein paar zerstoßene Walnüsse für die Dekoration und nun können die Mini-Muffins genossen werden.

Ein Tipp:

Wenn man nicht alle Muffins an einem Tag verzehrt, hat man am nächsten Tag noch viel mehr Freude daran. Der Geschmack ist jetzt nochmal besser geworden.

Liebe Grüße

Kurt und Lisa

Wer sind Paula und Leonie

Allgemein, Kindergeschichten

Hallo,

Vor ein paar Jahren hatte mich eine Idee zu einer Kinder-/ Jugendgeschichte gefunden und nachdem sich Charaktere herauskristallisiert hatten, wurde die Idee zu einer längeren Story.

Kurz zum Inhalt:

Die 10 (fast 11)-jährige Erzählerin Paula hat einen älteren Bruder, der gerne ein Mädchen sein möchte. Das ist gar nicht so schwer, die Familie hält zusammen, die Eltern sind tolerant und mit Mädchenklamotten und langen Haaren wird aus dem 12-jährigen Peter Leon eine selbstbewusste, starke Leonie.

Alles läuft in geregelten Bahnen, bis eines Abends ausgerechnet Oma das bisherige Leben der beiden Geschwister gewaltig auf den Kopf stellt … doch davon später.

Den fertigen Text hatte ich nie kommerziell publiziert und ich glaube, dass das auch gar nicht der Weg ist, auf dem ich die Geschichte selbst sehen möchte.

So hab ich mich entschieden, die Geschichte hier auf dem Blog nach und nach einzustellen. Du bist herzlich eingeladen, die Abenteuer von Paula und Leonie mitzulesen.

Die Story und Personen sind gänzlich frei erfunden, stammen original aus meinem Kopf. Die Geschichte ist nicht käuflich zu erwerben und wurde auch nie lektoriert – deswegen entschuldige ich mich für etwaige Fehler oder Füllwörter.

Viel Spaß beim Lesen.

Liebe Grüße Lisa

Paula und Leonie – Teil 1

Allgemein, Kindergeschichten

Mein Name ist Paula und seit neun Monaten und achtzehn Tagen bin ich zehn Jahre alt. Also bin ich fast elf. Seit fast einem ganzen Schuljahr besuche ich die erste Klasse des Gymnasiums. Meine beste Freundin heißt Mia und du wirst ein bisschen von ihr erfahren, auch wenn sie in der folgenden Geschichte gar nicht vorkommen wird. Naja, fast nicht … davon aber später.

Ich wohne mit meinen Eltern und meinem großen Bruder in einem schönen Haus am Rande der Stadt. Papa sagt immer, dass es ein kleines Häuschen sei. Ich finde, es ist groß genug. Früher haben wir uns – mein Bruder Peter und ich – ein großes Kinderzimmer unter dem Dach im ersten Stock geteilt. Dann sind wir älter geworden und es wurde eine Trennwand in den großen Raum gezogen. So hat jeder von uns ein eigenes Zimmer erhalten.

Mein Zimmer ist nicht groß, aber es passt mein Bett hinein, ein Schreibtisch, ein großer Schrank und ein paar Regale, auf denen hauptsächlich meine Stofftiere sitzen. Dazwischen findet man Spiele und in einer Kommode bunkere ich meinen Bastelkram. Zusätzlich hätte ich gerne eine kleine Couch, die hat sicher auch noch Platz. Papa sagt, ich soll noch ein paar Monate warten, dann darf ich mir eine aussuchen.

Am Fensterbrett meines Zimmers habe ich alte und leergegessene Einmachgläser mit selbstgezogenen Bohnenpflanzen aufgereiht und wenn man aus dem Fenster sieht, hat man einen sehr schönen Blick über die Dächer unserer Stadt. Das ist so, weil unser Haus am Hang steht, zwischen anderen hübschen Häusern. Dazwischen gibt es Gärten und viele Bäume. Also ist der Blick von hier oben gesehen sehr Grün. Ich mag diesen Blick. Meine Bohnen mögen ihn auch, denn sie wachsen phantastisch.

Meine Eltern wohnen ein Stockwerk tiefer im Erdgeschoß. Dort ist auch das Wohnzimmer und die Küche. Das Badezimmer ist hier oben bei uns. Toiletten haben wir glücklicherweise zwei. Eine hier oben und eine unten.

„Das erspart uns einigen Kummer.“ Das sind Mamas Worte gewesen.

Mama hat noch ein Arbeitszimmer hier oben gegenüber von meinem Zimmer. Ihr Zimmer ist wirklich sehr klein. Es hat fast den gleichen schönen Ausblick, nur eben in die andere Richtung. Das Fenster von Mamas Arbeitszimmer ist sehr schön. Es ist rund und hat in der Mitte ein Kreuz aus Holz, an dem man es auch öffnen kann. Papa ist der Meinung, dass es wichtig ist, dass Mama ein besonderes Fenster mit einem besonderen Ausblick hat. Ich glaube, er hat das Haus deswegen ausgesucht. Mama meint, die Sache mit dem Fenster ist nicht so wichtig für sie. Aber wenn sie eine ihrer Geschichten am Computer schreibt und beim Geschichtenerfinden nicht weiterkommt, dann guckt sie oft hinaus und dann tippt sie wieder wie wild weiter, weil sie einen guten Einfall hatte. Ich denke also, Papa hat recht gehabt. Ich habe oft versucht, meine Hausübungen in Mamas Arbeitszimmer zu machen. Aber wenn ich aus dem Fenster sehe, dann vergesse ich, dass ich etwas zu tun habe und es vergehen Stunden, in denen ich in den Tag träume und meine Hausübungen sind anschließend immer noch nicht erledigt. Also mir hilft das Fenster leider nicht.

Eigentlich heiße ich ja Paula Sidonie. Meine Eltern sind der Meinung gewesen, dass es hübsch wäre, wenn ich einen zweiten Vornamen bekäme. Ich hingegen bin nicht ganz sicher, ob mir der Name Sidonie gefällt. Am liebsten höre ich auf den Namen Paula. Meinen zweiten Vornamen verheimliche ich lieber. Mein Bruder Peter ist älter, er ist 12 Jahre alt und wird demnächst 13. Peter hat ebenfalls einen zweiten Namen: Leon. Also Peter Leon. Aber seit langer Zeit rufen wir ihn „Leonie“ und das hat seinen besonderen Grund.

Es ist Abend und ich habe gerade das große Licht in meinem Zimmer eingeschaltet. Ich bin beim Basteln und es ist mittlerweile so dunkel geworden, dass ich ohne Licht nichts mehr sehen konnte. Ich bastle gerade große Schmetterlinge aus Karton. Die Flügel sind bunt, ich verwende dazu durchsichtiges, farbiges Papier. Das Papier habe ich schon ausgeschnitten, jetzt muss ich es nur mehr in die Flügelgerüste aus Karton kleben. Wenn alles getrocknet ist, werde ich die Fenster unseres Wohnzimmers mit den gebastelten Schmetterlingen schmücken. Die bunten Flügel werden sicher schön glänzen, wenn das Licht darauf fällt.

Mama und Papa haben heute Theaterabend. Wir Kinder sind schon öfter am Abend allein daheim, wir sind ja schließlich keine Babys mehr. Aber heute Abend ist Oma auch hier. Auch wenn sie nicht mehr auf uns aufpassen muss, kann man es ihr nicht ausreden. Also spielen Leonie und ich brave Kinder, damit sie sich anschließend nicht beschwert. Unsere Eltern spielen ebenfalls mit und zum Schluss haben wir alle zusammen die Oma glücklich gemacht. Das ist viel schöner als Gezanke. Mein Bruder Peter – den wir ja Leonie rufen – und Oma sind unten in der Küche gewesen, als ich sie das letzte Mal gesehen habe.

„AHH!! NEIN, NEIN, NEIN! Ich will das NICHT!!!!“

Ich zucke richtig zusammen, so laut ist Leonies Geschrei. Es ist wütend und auch verzweifelt. Ich höre Oma etwas sagen und dann wieder Leonies wildes Gezeter:

„SOS! HILFEEE!!!“

Das ist mein Stichwort.

„Ich KOMMEEEE!!“, brülle ich zurück.

Schnell springe ich auf und eile zu meinem Handy, das auf dem Bett liegt. Ich greife es und stecke es energisch in meine Hosentasche. Man kann ja nie wissen, ob man nicht auch die Rettung rufen muss. Meine Finger sind ganz schön pickig wegen des Klebstoffs, sie kleben ein wenig an dem Plastik des Handys. Aber dafür habe ich jetzt keine Zeit. Ich flitze aus meinem Zimmer. Das Gebrüll kommt aus dem Badezimmer hier bei uns im oberen Stockwerk.

Der Flur ist dunkel und ich stoße mich mit dem Ellbogen an der kleinen Kommode, die im Gang steht. Das Licht aus dem Badezimmer hingegen leuchtet hell heraus und weist mir den Weg im Dunkeln. Schnell sause ich um die Ecke und kralle mich am Rahmen der offenen Badezimmertüre fest, damit ich meinen Schwung abbremsen kann.

Im Bad sehe ich Oma, die dort mit dem Rücken zur Türe steht. Sie hält Leonies lange, blonde Haare in den Händen. Vor ihr steht Leonie, aber er ist von Omas Rücken verdeckt. Dennoch sehe ich ihn zappeln und höre ihn schreien. Leonie windet sich und versucht Omas Griff zu entwischen.

„Hör auf OMAAA! Ich WILL DAS NICHT!!“ Das Gebrüll ist ohrenbetäubend und schrill.

Auf dem Boden sehe ich etliche Büschel von Leonies blonder Pracht. Oje, das gibt Ärger, denke ich mir noch. Dann checke ich kurz die Situation. Alle stehen, keiner ist bewusstlos. Kein Blut. Also kein Fall für die Rettung. Naja, vielleicht für die Irrenanstalt. Aber diese Nummer habe ich nicht abgespeichert.

„Lass endlich meine Haare LOS!“, faucht Leonie. „Paula, hilf mir!“ Er hat mich entdeckt und in dem Moment fängt Leonie an zu schluchzen. Das ist wohl zu viel Aufregung für ihn gewesen.

„Ja ja, ich lass gleich los“, sagt Oma. „Ich möchte dir nur das noch kurz gerade machen.“

Jetzt erst sehe ich, dass Oma eine riesige Schere in der rechten Hand hält. Sie lässt diese klappern und versucht damit ungeschickt Leonies Haare zu schneiden. Leonies Haare sind wirklich super lang. Sie sind glatt und blond und reichen bis zur Hüfte, wenn er sie offen trägt.

Ein weiteres Büschel blonder Haare landet sanft auf dem Fliesenboden. Leonie schluchzt laut auf. Jetzt muss die kleine Schwester helfen!

Ich flitze zu Omas Rücken, piekse sie fest in die linke Seite. Oma quiekt vor Schreck. Sie hat mich noch nicht gesehen. Gleich darauf spürt sie meinen zweiten, festen Pikser in der rechten Seite. Sie windet sich und ich nutze den Überraschungsmoment. Ich schnappe mir die große Schere aus ihren Händen und ehe es sich Oma versehen kann, renne ich mit der Schere aus dem Badezimmer.

Hinter mir höre ich nun Omas Geschimpfe, was denn das soll. Was wir denn für ungezogene Kinder sind. Leonie schreit begeistert auf, als er bemerkt welche Heldentat ich gerade getan habe. Ich flitze zur Treppe die ins Erdgeschoss führt. Ja, ich weiß, dass man mit Scheren oder Messern niemals laufen darf. Aber das hier ist eine Notsituation! Ich klappe die spitzen ausgeklappten Scherenteile zusammen und fasse die Schere nun mit der Faust am Gelenk, wo die Schraube ist. Der lange spitze Teil der geschlossenen Messer sieht nun nach unten und ist von meinem Körper weggedreht. Jetzt ist es nicht ganz so schlimm, falls ich fallen sollte – denke ich mir. Ich stolpere im Dunkeln die Treppe hinunter, laufe ins Wohnzimmer und verstecke die große Schere zwischen den Polstern der Couchlandschaft.

Dann suche ich mir ein Versteck in einer Nische und ziehe das Handy aus der Hosentasche. Hastig tippe ich eine SMS an Papa: – NOTFALL !! Oma hat Leonies Haare abgeschnitten. Kommt so schnell ihr könnt!! – Sicherheitshalber schicke ich die SMS auch an Mama. Dann klingle ich bei beiden kurz durch und lege jedes Mal nach dem ersten Läuten wieder auf. Das ist unser Code, wenn wir Hilfe brauchen. Also nicht so dringende Hilfe, bei der man die Rettung oder die Polizei ruft. Aber Mama und Papa wissen jetzt Bescheid. Das wird ein Drama! Das wird Leonie unserer Oma niemals verzeihen.

Vorsichtig luge ich aus meinem Versteck. Im Wohnzimmer ist es noch dunkel. Niemand ist mir nachgekommen. Ich lausche noch ein paar Minuten. Es bleibt weiter still. Dann wage ich mich wieder aus meiner Nische heraus und schleiche in der Finsternis zum Treppenabsatz. Ich hätte mir die Mühe sparen können. Alles leer. Oben höre ich die Stimme von Oma. Wahrscheinlich telefoniert sie. Vorsichtig erklimme ich eine Stufe nach der anderen. Auf der vorletzten Stufe bleibe ich stehen, beuge mich vor und spähe rechts ums Eck in den Flur des oberen Stockwerkes. Oma hat sich an die Wand neben der Kommode gelehnt. Sie hat ihr Mobiltelefon zwischen Ohr und Schulter geklemmt und schiebt planlos irgendwelche Dekosachen herum. Das Porzellanpferd, das auf der Kommode steht und ebenso seine zwei Fohlen, eines aus Porzellan, das andere aus Plastik. Ein paar gebastelte, schrumpelige Kastanienmännchen vom letzten Herbst. Die Bilderrahmen, die Mama etwas schief an der Wand über der Kommode befestigt hatte, werden von Omas Fingerspitzen gerade gerückt. Oma telefoniert mit Mama, sie hat den Namen ihrer Tochter schon mehrmals genannt.

„Aber er kann doch so nicht rumlaufen, nicht in der Schule“, rechtfertigt Oma sich gerade. Dann kaut sie auf der Unterlippe. Ich vermute, dass Mama nun spricht, denn Oma hört zu. Ihr Gesichtsausdruck wirkt ein wenig verzweifelt. „Die Kinder sind doch so grausam! Besonders die in der Schule!“, wirft sie dazwischen, dann seufzt sie laut. Mama muss ihr ganz schön die Meinung pusten.

„ER ist doch aber ein JUNGE!“ Das war wieder Oma. Sie hat mich nun gesehen und mir mit einem müden Blick zugenickt.

Ich schlendere um die Ecke und nicke ihr ebenfalls zu, wobei ich versuche, sehr lässig und teilnahmslos zu wirken. Doch in Wirklichkeit brodelt es in mir vor Aufregung. Geschwind husche ich ins Bad. Leonie steht vor dem großen Spiegel und richtet sich seine verwurstelten und verschnittenen Haare. Er wirkt verzweifelt.

„Paula! Endlich, das hat ja eine Ewigkeit gedauert!“, begrüßt er mich, dann sieht Leonie wieder in den Spiegel und verzieht das Gesicht zu einer gequälten Grimasse. Er zupft unzufrieden an seinen schiefen Haaren. Während sie auf der rechten Seite noch so lang wie früher sind, sind sie auf der linken Seite wesentlich kürzer, das sehe ich auf den ersten Blick.

„Und?“, frage ich langsam.

„Was, und? Siehst du nicht, wie furchtbar das jetzt ist?“ Leonie zieht an einer seiner übrig gebliebenen Strähnen.

„Vielleicht hat Oma nur versucht, deine Haarspitzen zu schneiden“, versuche ich zu vermitteln. Ich weiß genau, dass es eine Lüge ist. Aber irgendwie muss sich die Sache doch erklären lassen, oder?

„Bist du verrückt? Nein, sie wollte sie mir abschneiden! Komplett! Sie wollte aus mir einen Jungen machen!“ Leonies Stimme ist schrill.

Den Satz – weil du ja eigentlich ein Junge bist – verkneife ich mir, denn wenn einer auf dieser Welt versteht, dass dieser Junge nicht wirklich ein Junge ist, auch wenn er nicht wirklich ein Mädchen ist, bin ich das – Paula, Leonies Schwester. Leonie ist Leonie und ich liebe ihn so, wie er ist, mein Bruder, meine Schwester – wie auch immer man das sehen mag.

Seit ich mich erinnern kann, trägt Leonie seine Haare sehr lang und ist wahnsinnig stolz darauf. Lose fallen sie über die Schultern bis zu seinen Hüften hinunter. Sie haben eine Farbe zwischen blond und hellem brünett und sind füllig und glatt, meistens sogar mit einem Brennstab geglättet. Als er klein gewesen ist, waren seine Haare sogar noch blonder, blond wie Stroh. Je älter er wird, desto dunkler wird der Nachwuchs. Und weil er möchte, dass seine Mähne immer schön glatt aussieht, steht er jeden Tag in der Früh mindestens eine halbe Stunde mit dem Glätteisen vor dem Spiegel und blockiert für uns alle das Bad. Das kann ganz schön nervig sein, aber es ist auch OK so, weil mein Bruder dann entspannt und gut gelaunt in die Schule gehen kann. Das ist schon einiges wert. Mama und Leonie haben vor kurzem einen riesigen Streit gehabt, weil er sich nicht mal die Spitzen nachschneiden lassen wollte. „Ich sche… auf den Spliss!“, hat Leonie unserer Mama mitten ins Gesicht gesagt und Mamas Kopf ist rot angelaufen und sie hat nach Luft geschnappt, bevor sie auf diese Frechheit etwas erwidern konnte. Also ist diese ganze Haar-Sache ein sehr heikles Thema für Leonie. Und jetzt ist das mit Oma gewesen. Das ist die MEGA Katastrophe. Leonies Haar ist sein ganzer Stolz. War. Leonies Haar war sein ganzer Stolz. Leonie schnieft.

„Lass mal sehen“, sage ich, obwohl ich jetzt schon genug sehe.

Leonie schnieft weiter, während er mir die Reste seiner langen Haare vor das Gesicht hält.

„Lass mal los“, sage ich, „da kann man ja nichts sehen“.

Doch tatsächlich, das kann sogar ein Blinder erkennen. Auf der linken Seite sind sie mindestens 20 bis 30 Zentimeter kürzer und das nicht einmal in einem schönen Schnitt. Nein, Oma hat sie einfach dick in Büscheln abgeschnitten. An manchen Stellen gehen sie nur mehr knapp unters Ohr. Das kommt einer Menschenrechtsverletzung gleich. Da kann man gar nichts mehr retten.

„Heilige Flohkotze“, flüstere ich entsetzt. Mein Entsetzen ist echt.

„Mega Katastrophe“, bekräftigt Leonie.

Er versucht die Fassung zu bewahren, aber ich sehe, wie arg es in ihm rumort. Vielleicht ist es deswegen, weil seine Haare das Erste sind, was die Menschen sehen. Haare sind das Offensichtlichste, bei dem die Leute erkennen, wer man ist. Und was man in jemanden als Erstes zu erkennen glaubt, das bleibt dann immer so. Ein Mensch sieht ein fremdes Kind und denkt sich: Oh, das ist ein Junge, weil das Kind einen Kurzhaarschnitt hat, eine Mütze auf hat und auf einem Skateboard fährt. Oder: Ah, das ist ein Mädchen, weil das Kind ein Kleid trägt, lange Haare hat und mit einer Puppe spielt. Weil der allererste Eindruck zählt. „Weil wir alle immer in Klassen und Kategorien denken“, hat Papa gesagt. „Wir ordnen alles ein.“ Und wenn wir sehen, da sieht jemand aus wie ein Junge, dann ist es eben ein Junge. Auch wenn es vielleicht nicht so ist. Wenn man sich mal darüber eine Meinung gebildet hat, dann kann man das Bild im Kopf eines Menschen nicht mehr rückgängig machen. Vielleicht ist es für Leonie deswegen so wichtig, dass man sofort sieht, dass er ein Mädchen ist. „Auf den ersten Blick muss man es sehen“, hat er mir mal gesagt, “das ist meine Identität und man muss sehen, dass ich ein Mädchen bin.” Denn Jungs tragen zwar oft lange Haare. Aber so lange Haare, wie Leonie und ich sie tragen, solche nicht. Die tragen nur Mädchen.

In einem der offenen Regale des Badezimmer-Schrankes steht ein Becher, in den Mama mehrere Nagelscheren gesteckt hat. Dicke, dünne und kleine, sowie abgerundete für die Nagelhaut. Kurz entschlossen öffne ich meine Spange, sodass meine ebenfalls sehr langen Haare auf die Schultern fallen. Meine Haare sind nicht ganz so lang wie die von Leonie. Sie gehen mir ungefähr bis zur Ellbogenbeuge. Also das tun sie, wenn ich gerade stehe und die Arme eng an den Körper presse. Wenn ich dann meinen Arm anwinkle, dann ist das ungefähr die Länge meiner Haare. Leonie hat noch nicht bemerkt, was ich tue. Er ist mit sich selbst beschäftigt. Ich nehme eine der größeren Scheren aus dem Becher und beginne mir meine roten Locken ebenfalls abzuschneiden. Ich schneide ungefähr in der Länge in der Oma Leonies Haare abgeschnitten hat. Vielleicht sogar ein bisschen kürzer. Es geht nicht so einfach, die Schere ist viel zu klein und sie verheddert sich im Haar immer wieder. Schließlich habe ich doch einige Büschel abbekommen und sie fallen sachte auf den Boden. Leonie ist aufmerksam geworden.

„WAS TUST DU DA?“ Er spricht jedes Wort für sich mit Abstand. „BIST DU VERRÜCKT GEWORDEN?“

„Ich schneide meine Haare“, erwidere ich möglichst ungerührt. Wieder fallen Büschel auf den Boden.

Leonie starrt mich entgeistert an. Über den Spiegel blicke ich kurz zurück. Schnapp.

„Damit machst du es auch nicht wieder gut“, sagt Leonie leise. „Aber danke, kleine Schwester. Ich weiß, was dir deine Haare bedeuten.“

Nun drehe ich mich um und sehe meinen Bruder direkt an. Eine Träne rinnt aus seinem Auge. Er schnieft wieder.

„Und ich weiss, was dir deine Haare bedeuten“, sage ich, „deswegen“.

Ich schneide weiter. In Leonies Augen sammeln sich immer mehr Tränen. Mit der kleinen Schere in der Hand nehme ich meinen großen Bruder in den Arm und drücke meine Backe an seine.

„Du bist die beste, kleine Schwester, die ich habe“, schluchzt er.

Wir werden beide zum Friseur gehen müssen. Dieses Schlachtfeld kann man nicht mehr mit ein bisschen Spitzenschneiden heil machen.

Leckeres Porridge mit Fruchtmus im Glas

Allgemein, Rezepte, Veganes Frühstück

Das Rezept kann natürlich auch nach dem was man gerade zu Hause hat, abgewandelt werden.

  • Für die Frucht-Masse:
  • 1 Avocado 🥑
  • Haselnuss Creme selbstgemacht
  • 2 Pfirsich 🍑
  • 1 Apfel 🍎
  • 1/2 Zitrone 🍋
  • 1/2 Banane 🍌
  • 1 Handvoll Cashew Kerne
  • Ein paar Schluck Reismilch selbstgemacht
  • Für den Porridge:
  • 1 Becher Reismilch selbstgemacht
  • 2 Handvoll Dinkelflocken
  • 5 EL Dinkelschrot
  • 1 Handvoll Walnuss Kerne
  • Sonnenblumen Kerne (Für Seed Cycler = 2. Zyklushälfte)
  • 1 Schuss Vanille
  • 1 Schuss Kokosblütenzucker
  • Kurz aufkochen und dann abkühlen lassen.
  • 1 gekaufter Naturjoghurt ohne Zucker
  • Die zweite Hälfte der 🍌 Banane in Scheiben schneiden.
  • Zwei Teelöffel Chiasamen in Wasser quellen lassen.
  • Nach und nach in zwei Gläser einschichten. Am besten nach Lust und Laune. Bei uns waren es diese Schichten (wir beginnen von unten 😉):
    Joghurt
    Porridge
    Fruchtmus
    Bananenscheiben
    Chiasamen
  • Viel Vergnügen beim Schmausen.

Haselnuss Aufstrich für die Braven 🐭

Allgemein, Rezepte, Vegane Aufstriche

Die Haselnüsse haben wir im Ofen bei 150 Grad geröstet und dann auskühlen lassen.

Für die Süße:
Ahornsirup
Kokosblütensirup
2 Stück getrocknete Feigen

1 EL Kokosöl
Schokoladenpulver pur

Im Mixer alles auf niedriger Stufe mixen, ganz nach Feinheitslust. Eventuell pausieren, damit die Maße nicht zu warm wird.

Im Kühlschrank aushärten lassen.

Und dann naschen und aufs Brot 🍞 streichen.

Smoothie, grüngelb süß

Allgemein, Rezepte, Smoothies
  1. Ein süßer Smoothie, Ende Mai
  2. Zutaten:
  3. 1 Apfel 🍎
  4. 1 Birne 🍐
  5. 2 Weinberg-Pfirsiche 🍑
  6. 2 getrocknete Feigen
  7. 1 Handvoll Brokkoli 🥦 (blanchiert, meal prep)
  8. 2 Karotten 🥕
  9. 1 EL Bio Kokosöl
  10. 2 große Löffel eingelegter Ingwer (selbstgemacht)
  11. 1 l Wasser 💧
  12. 250 ml Reismilch (selbstgemacht)
  13. Alles mixen und zu Zweit genießen.

Vegane Tofu Bowl

Allgemein, Rezepte, Vegane Hauptspeisen

  • Tofu, mit Stärke angebraten, mariniert mit Garam Masala und Ahornsirup
  • Schnitzer von Karotten 🥕
  • Leicht gedünstetes Rotkraut + rohes
  • Quinoa
  • rote Rübe roh
  • Sprossen (Linse)
  • Cashew Kerne
  • Rote und grüne Paprika
  • Soße: vegane Majonäse
  • Rote Bohnen

Ach ja … 😅 und Erdnüsse 🥜

Veganer Mamorkuchen

Allgemein, Rezepte, Vegane Nachspeisen
  • 320 g Dinkel Mehl
  • 20 g Speisestärke (Mais)
  • 200 g brauner Zucker
  • 1 Packung Vanillezucker
  • 1 Packung Backpulver
  • 300 g Selbstgemixte Hafermilch mit Mandelmus + 3 getrocknete Aprikosen
  • 160 g Pflanzenöl geschmacksneutral (Sonnenblumenöl aus Salzburg) oder vegane Margarine
  • 20 g Kakao Pulver entölt

Alle trockenen Produkte in einer Schüssel vermengen.

Milch und Öl dazugeben und zu einem geschmeidigen Teig rühren (nicht zu lange rühren).

Die Hälfte des Teiges in eine ausgefettete Backform geben, den Rest mit Schoko Pulver vermischen. Auch den dunklen Teig in die Backform und mit einer Gabel vermischen.

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen und den Kuchen 45 bis 50 Minuten auf den untersten Schienen backen.

Fertig. 😊